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BGR 128 /TRGS 524

BRG 128 / TRGS 524 - Arbeiten in kontaminierten Bereichen

 

Arbeiten in kontaminierten Bereichen sind Bau- bzw. Sanierungsarbeiten inkl. der vorbereitenden Arbeiten in Bereichen, die mit Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen verunreinigt sind. z. B.:

  • Bauarbeiten auf Altlasten, Deponien oder entsprechend belasteten Industrie- oder Gewerbeflächen,
  • Rückbau von Industrieanlagen und entsprechend belasteter Gebäude,
  • Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen bei Arbeiten auf Deponien und bei der mikrobiologischen Bodensanierung,
  • vorausgehende Arbeiten zur Erkundung von Gefahrstoffen,
  • Arbeiten zur Brandschadensanierung,
  • Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, die aus Kampfmitteln stammen,
  • Arbeiten zur Sanierung von Gebäudeschadstoffen.

 

Werden bei Bauarbeiten zuvor unbekannte Kontaminationen angetroffen, sind unverzüglich folgende Maßnahmen zu treffen:

  • Arbeiten sofort einstellen
  • Gefahrenbereich verlassen und sichern
  • ggf. Abdecken der kontaminierten Bereiche
  • Aufsichtführenden verständigen
  • Auftraggeber und zuständige Berufsgenossenschaft informieren.

 

Planungsaufgaben des Bauherrn

  • Erarbeiten eines Arbeits- und Sicherheitsplans (A+S-Plan) durch Sachkundigen nach BGR 128:
  • Angaben zu Art und Konzentration der Gefahrstoffe bzw. biologischen Arbeitsstoffe
  • Ermittlung der zu erwartenden Gefahren (Mobilität, gefährliche Eigenschaften, Wirkungen)
  • Ermittlung der auszuführenden Tätigkeiten
  • Gefährdungsbeurteilung
  • Festlegung geeigneter Schutzmaßnahmen
  • A+S-Plan mit Fach- und Aufsichtsbehörden abstimmen
  • Ausschreibung lt. A+S-Plan

 

Planungsaufgaben des AN

  • Gefährdungsbeurteilung für Erkundungsarbeiten auf der Grundlage der gemäß historischer Erkundung zu vermutenden Stoffe durchführen.
  • nach BGR 128 sachkundigen Koordinator bestellen
  • Koordinator mit Weisungsbefugnis gegenüber allen Unternehmern und deren Beschäftigten ausstatten.
  • Arbeitsverfahren festlegen.
  • Schutzmaßnahmen und Ausrüstungen bereitstellen.
  • Rangfolge der Schutzmaßnahmen (s. o.) beachten.
  • Bei Tragen von Schutzkleidung und Atemschutz Tragezeitbegrenzungen beachten.
  • Für Arbeiten unter Atemschutz gerätespezifische Unterweisungen gemäß BGR 190 durchführen.
  • Alleinarbeit vermeiden.
  • Tätigkeitsbezogene Betriebsanweisungen erstellen.
  • Beschäftigte vor Beginn der Arbeiten über besondere Gefahren und den Gebrauch der Schutzausrüstungen unterweisen.
  • Unterweisung schriftlich bestätigen lassen.
  • Erste-Hilfe bereitstellen:
  • in jeder Gruppe (zwei oder mehr Beschäftigte) mindestens ein Ersthelfer.
  • Hautreinigung und -pflege sicherstellen durch Bereitstellen geeigneter Hautmittel.
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
  • Anzeigepflichten
  • Arbeiten spätestens 4 Wochen vor Beginn der zuständigen Berufsgenossenschaft schriftlich anzeigen (Inhalte der Anzeige siehe BGR 128 Anhang 1).